Die meisten Hotels, die In-Room-Technologie einsetzen, behandeln Push-Nachrichten wie ein nettes Extra. Etwas, das man nutzt, wenn man gerade dran denkt. Eine Nachricht bei einem Problem, oder wenn eine Gruppe anreist und jemand einen Willkommenstext schreibt.
Das ist eine verschenkte Chance. Die Hotels, die mit ihren In-Room-Geräten den meisten Zusatzumsatz erzielen, behandeln Push-Benachrichtigungen als strukturierten, wiederholbaren Kanal — nicht als einmaligen Broadcast. Sie richten Kampagnen einmal ein und lassen sie laufen. Der Rezeptionist denkt nicht mehr daran. Die Einnahmen kommen trotzdem.
Hier sind die 7 Kampagnen, die in unseren Gesprächen mit Hoteliers am häufigsten auftauchen — und die ihre Zahlen konsequent rechtfertigen.
1. Spa-Verfügbarkeit — am Abend zuvor
Leerlaufzeiten im Spa sind reiner Verlust. Ein freier Behandlungsplatz um 10 Uhr morgen kostet genauso viel an Personal, Vorbereitung und Overhead wie ein gebuchter. Der einzige Unterschied ist, ob ein Gast wusste, dass er verfügbar war.
Die Kampagne ist einfach: Jeden Abend prüft jemand aus dem Spa-Team den nächsten Tag. Gibt es freie Plätze, wird an alle Hausgäste eine Push-Nachricht mit verfügbaren Zeiten und einem direkten Buchungslink gesendet. Die Nachricht geht um 19 Uhr raus, bleibt 12 Stunden auf dem Gerät und verschwindet, bevor die Gäste des nächsten Tages einchecken.
Das ist eine der konsequent stärksten Kampagnen in unserem Hotel-Portfolio. Gäste, die nie an eine Behandlung gedacht hätten, buchen — weil man sie zum richtigen Moment gefragt hat, ohne dass sie zum Telefon greifen mussten.
2. Late Checkout — Sonntagmorgen
Late Checkout hat die höchste Conversion-Rate aller Upsells, wenn es zum richtigen Zeitpunkt angeboten wird. Dieser Zeitpunkt ist Sonntagmorgen um 9 Uhr.
Sonntag ist der häufigste Abreisetag. Viele Gäste wissen beim Aufwachen, dass sie noch nicht bereit sind abzureisen. Wer proaktiv einen Late Checkout anbietet, bevor die Gäste überhaupt ans Packen denken, erzielt deutlich höhere Conversion-Raten.Die Kampagne läuft automatisch jeden Sonntag um 9 Uhr — nach der Einrichtung ohne weiteren Aufwand für das Team.
Die Nachricht sollte kurz sein: Was ist verfügbar, was kostet es, wie bestätigt man. Nicht mehr.
3. Restaurant-Tische füllen
Wenn das Restaurant Echtzeit-Verfügbarkeit hat und freie Plätze für heute Abend verfügbar sind, wird diese Information um 17 Uhr automatisch an alle Hausgäste gesendet. „Wir haben noch Tische um 19:00 und 20:30 Uhr — jetzt direkt aus dem Zimmer reservieren." Mit direktem Link zum Reservierungssystem.
Die Gäste werden genau in dem Moment erreicht, in dem sie im Zimmer entscheiden, ob sie ausgehen oder bleiben. Diesen Moment kann die Rezeption physisch nicht erreichen. Das Gerät schon.
4. Frühstücks-Upsell — für Gäste ohne Frühstück
Nicht jeder Gast bucht ein Zimmer mit Frühstück. Viele würden es buchen, wenn sie am Vorabend gefragt würden — sie denken einfach nicht daran, während sie abends die Stadt erkunden. Ein automatischer Push um 19 Uhr erzielt bessere Ergebnisse als erwartet, besonders bei Gästen, die spät ankommen.
Die Nachricht funktioniert am besten, wenn sie konkret ist: „Das Frühstücksbuffet läuft von 7 bis 10:30 Uhr. Möchten Sie es für morgen dazubuchen? Jetzt bestätigen." Kein Telefonanruf. Keine Warteschleife. Ein Klick.
5. Newsletter- oder Treueprogramm-Anmeldung mit Vorteil
Der Gast im eigenen Zimmer ist der kaufbereiteste Interessent überhaupt. Ihn jetzt ins Treueprogramm oder auf die E-Mail-Liste zu holen kostet nichts und baut die Beziehung für den nächsten Aufenthalt auf.
Die Kampagne mit der besten Conversion verbindet die Anmeldung mit einem konkreten Anreiz: "Jetzt anmelden und ein Gratiswochenende gewinnen." Das Gewinnspiel läuft vierteljährlich, der operative Aufwand ist minimal — und die Anmeldequoten steigen deutlich im Vergleich zu einer passiven Kachel im Navigationssystem des Zimmers.
6. Willkommen für Gruppen und Konferenzen
Wenn eine Gruppe 60-80 Prozent der Zimmer belegt, passt der Standard-Homescreen nicht zu ihnen. Sie brauchen vor allem gruppenspezifische Informationen: Tagungsplan, Meetingräume, Abendessen-Zeiten, Dresscode.
Eine gezielte Willkommens-Push-Nachricht an die Zimmer der Gruppe bei Anreise — mit allem, was Gäste sonst an der Rezeption fragen würden — reduziert das Anrufvolumen an Gruppenabenden erheblich und lässt den Veranstalter dabei gut aussehen.
7. Wiederkehrende Aktionen für die schwächsten Angebote
Jedes Haus hat etwas, das mehr verkauft werden sollte: ein Weinabend, der nie ausgebucht ist, eine Spa-Behandlung, die kaum jemand kennt, eine Aktivität, die Gäste erst am letzten Morgen entdecken.
Einmal die Dienstleistung mit dem größten Potenzial auswählen, eine Push-Nachricht dafür bauen und sie zu den Zeiten einplanen, wenn die Belegung und die Verfügbarkeit am höchsten sind. Einrichten, monatlich prüfen, anpassen wenn nötig.
Was diese Kampagnen zum Erfolg macht
Zwei Dinge trennen Kampagnen, die konvertieren, von solchen, die ignoriert werden.
Erstens: Timing. Spa-Verfügbarkeit um 11 Uhr am selben Tag ist für die meisten Gäste zu spät. Dieselbe Nachricht um 19 Uhr am Vorabend erreicht sie beim Planen, nicht beim Hetzen.
Zweitens: Direktheit. Ein Angebot. Eine Handlung. Ein Link. Kein langer Marketingtext. Nur: Hier ist das Angebot, hier ist der Grund warum es jetzt relevant ist, hier ist der Weg dorthin.
Hotels, die das gut machen, erfinden ihr Marketing nicht neu. Sie bringen das richtige Angebot zur richtigen Zeit zum richtigen Gast — automatisch, ohne Mehrarbeit für das Team.
Wer Push-Benachrichtigungen noch nicht so nutzt, lässt jede Woche Umsatz liegen.
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